Blutspur durch Hellas

Brutal herrschten die deutschen Besatzer in Griechenland – auf eine angemessene Entschädigung wartet das Land bis heute

Das deutsche Lamento war groß, als Mitte vergangenen Jahres die Gerichtsvollzieherin Konstantina Papaspyrou, von Polizisten begleitet, das Goethe-Institut in Athen betrat, um die Pfändung des Gebäudes vorzubereiten.

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Eine längst vergessene Geschichte

Warum Johannes Rau um die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki einen so großen Bogen gemacht hat

Anläßlich seiner Staatsvisite in Griechenland im April dieses Jahres machte Bundespräsident Johannes Rau auch einen Besuch in dem kleinen Ort Kalavryta, der im Dezember 1943 als sogenannte »Repressalmaßnahme« von der Wehrmacht zerstört worden war. Über 700 männliche Einwohner des Ortes wurden dabei von Soldaten der 117. Jägerdivision massakriert. Rau legte für sie an der Gedenkstätte einen Kranz nieder und erklärte, es dürfe nicht vergessen werden, welches Leid Menschen in Griechenland von Deutschen zugefügt worden sei. weiterlesen →

Ehrensache

Viel ist die Rede in diesen Tagen von geraubten Bildern und Bibliotheken, mit erhobener Stimme fordert die Bonner Regierung von Rußland Beutegut aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Da darf man neugierig sein, wie sie sich im Fall eines anderen Schatzes verhalten wird, der ein halbes Jahrhundert nach seinem Raub durch das „Sonderkommando Rosenberg“ wiederaufgetaucht ist und um dessen Rückführung der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches sich leicht mit Erfolg bemühen könnte: das Archiv der jüdischen Gemeinde von Saloniki. weiterlesen →

Ein Hellas für blonde Achaier

Erhart Kästners Griechenlandbücher aus dem Zweiten Weltkrieg

In einem ihrer Reiseführer fragt die Griechin Evi Melas, „ob es
Zufall ist, daß keiner der jungen Deutschen, die ich kenne, über
die Rolle, die Deutschland im Zweiten Weltkrieg in Griechenland
gespielt hat, Bescheid weiß, während sie über den Einmarsch der
Deutschen in Frankreich, Belgien oder Holland gut unterrichtet sind.
Woher kommt es, daß einige junge Deutsche mir vor ein paar Jahren
erzählten, daß sie 1941-1945 der Besatzungsarmee angehörten und
dabei nur von antiken Tempeln und der schönen Landschaft
schwärmten, so als hätte es weder Geiselerschießungen noch
Folterungen noch Hungersnot gegeben?“
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Die Erde über den Gräbern bewegte sich noch

Die Eroberung Kretas wird immer noch als Heldentat gefeiert – doch das Regime der deutschen Besatzer auf der Insel war schrecklich

An dieser Stelle begegneten wir einem Zug, der nordwärts fuhr … Es waren Männer von Kreta,… die gelassen ihr Heldentum trugen und ruhig und kameradschaftlich, als wäre es weiter nichts gewesen, von den Kämpfen auf Kreta erzählten, die wohl viel heldenhafter waren, viel kühner und bitterer als die Kämpfe um Troja … Um jeden von ihnen schwebte der Flügelschlag des Schicksals. Es wehte homerische Luft.“ weiterlesen →