„Lügner und Betrüger?“

Rezension von Helmut Lölhöffel

Berühmte Hellenen wie der listenreiche Odysseus, die schöne Helena, der weise Sokrates, die künstlerische Melina Mercouri, der mächtige Aristoteles Onassis, der torgefährliche Theofanis Gekas oder die Figur des Lebenskünstlers Alexis Sorbas prägen unsere Wahrnehmung von den sagenhaften, den klassischen und den neuzeitlichen Griechen. Sie gelten als weltoffen und gastfreundlich, lebensfroh und improvisationsbegabt. Doch die schönen Fantasien sind getrübt. Continue reading →

Griechenland, 1821-2011

Ein bibliographischer Streifzug

Es ist noch nicht allzulange her, da musste man (so man nicht des Neugriechischen mächtig war) in der Hauptsache auf englischsprachige Literatur zurückgreifen, wenn man sich über die Geschichte Neugriechenlands informieren wollte. Das 1949 bei Bouvier in Bonn erschienene Bändchen von Hans Hallmann Neugriechenlands Geschichte 1820-1948 war über viele Jahre die einzige einschlägige deutschsprachige Veröffentlichung. Das hatte noch 1984 auch Heinz A. Richter bei der Erstellung seiner voluminösen Bibliographie zur griechischen Zeitgeschichte mit Bedauern feststellen müssen (Griechenland und Zypern seit 1920, Heilbronn 1984). Continue reading →

Kein übliches Griechenlandbuch

Von Kostas Kouvelis

Es ist höchst erstaunlich, was ein deutscher Journalist so alles über Griechenland weiß und zu Papier bringt! Oder doch nicht? Schließlich ist Eberhard Rondholz „ein Unsriger“, wie Georgios Tsiakalos anlässlich der Überreichung des „Ehrenrings“, des Kulturpreises der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften am 27. März 2009 in Kiel formulierte (s. Exantas Nr. 10, S. 76, Juni 2009). Er muss es also wissen, der „Manolis“, wie er von seinen Freunden in Griechenland genannt wird! Continue reading →

Und die Massenmörder züchten Blumen

Es ist schäbig, wie die Historikerkommission zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des deutschen Außenministeriums den jüdischen Historiker und Auschwitz-Überlebenden Joseph Wulf behandelt, dessen Arbeit sie gleichwohl ausgiebig nutzte.

Mag sein, daß sie nicht gespielt war, die Überraschung und Empörung so vieler Kommentatoren und Rezensenten nach Lektüre der 880 Seiten über Das Amt und die Vergangenheit. Ein »epochales Werk«, das »langgehegte Legenden entlarvt«, hieß es, von Enthüllungen über die Mitwirkung der Herren der Wilhelmstraße an der Vernichtung der europäischen Juden war immer wieder die Rede. Continue reading →

Niobe und Philomele

Zwei poetologische Gedichte von Jannis Ritsos

Es gibt im Werk von Jannis Ritsos eine ganze Reihe von Gedichten, die vom poetologischen Selbstverständnis des Dichters künden. Auch und gerade während seines Zwangsaufenthalts im Internierungslager von Leros, während der Herrschaftsjahre der Obristen, dachte Ritsos viel über den Sinn der Dichtung nach, zwei Gedichte aus dieser Zeit zeugen ganz besonders davon: Niobe und Philomele. ….lesen Sie hier den ganzen Beitrag >>> pdf.

Exantas Heft 13/ Dezember 2010

Ernst Ziller (1837-1923)

Eine Hommage für den großen klassizistischen Architekten in Athen

Als es nach dem griechischen Freiheitskrieg von 1821, der Gründung des neugriechischen Staates und der Wahl von Athen zur Hauptstadt 1834 darum ging, aus dem heruntergekommenen Provinznest eine repräsentative Hauptstadt und eine würdige Residenz zu machen, holte der importierte König, der Wittelsbacher Otto, seinerseits fremde Fachleute ins Land, als Stadtplaner und Baumeister. Leo von Klenze und Eduard Schaubert gehörten dazu, Friedrich von Gärtner, die Brüder Hans-Christian und Theophil Hansen aus Dänemark und, last but not least, Ernst Ziller aus Radebeul bei Dresden. …. lesen Sie hier den ganzen Beitrag >>> pdf.

Exantas Heft 13/ Dezember 2010

500.000 Leichen im Keller

Jüdischer Friedhof Thessaloniki

Der jüdische Friedhof von Thessaloniki: Heute nutzt die Universität den von Nazis und Einheimischen zerstörten und geplünderten Grund und Boden – und verweigert Erinnerung und Gedenken. Eine schändliche Geschichte. Continue reading →

Saubermann Jorgos räumt auf

Athener Notizen – Die Athener Regierung und die „Katharsis“

Pothen esches, wo hast du’s her? – diese Frage mussten sich im alten Athen, zu Zeiten des weisen Gesetzgebers Solon, reiche Bürger gefallen lassen, deren Reichtum allzu auffällig war. Konnten sie die Herkunft des Wohlstands nicht erklären, drohten die sprichwörtlichen drakonischen Strafen, bis hin zur Todesstrafe soll es gegangen sein. Und heute? Continue reading →